Aufbau einer Dialoganalyse (Drama)




Aufbau einer Dialoganalyse (Drama)

Beitragvon Brinkmann » Do 24. Feb 2011, 10:01

Aufbau einer schriftlichen Dialoganalyse
aufgabenbezogene EINLEITUNG
Allg. Vorstellung (Titel, Autor, Textgattung, Thema des gesamten Dramas, Epochenumstände, ...)

Situativer Kontext = Situationsanalyse
· Thema des Dialogs – Bezug zur Thematik des Dramas
· Gesprächspartner
· Sprechziele u. –motive
· Vorgeschichte / Kontext = Einordnen der Szene in den Gesamttext / Stellenwert im dramaturg. Konzept
· Anlass für das Gespräch
· symbol. Bedeutung des Ortes
· Überblick über die Entwicklung des Gesprächs

HAUPTTEIL
Gesprächsverlau = Handlungs- u. Gesprächsanalyse
· Inhaltliche Gliederung des Gesprächs
· Gesprächsbeteiligung / Redenanteile / Dialogformen
· Regieanweisungen (Handlungen: konkret o. nonverbal)
· Redeziele
· Sprechhandlungen
· Intentionen der Sprecher
· Störungen, Unterbrechungen, Wendepunkte
· zum Ausdruck kommende Gefühle, Charaktereigenschaften, Beziehung der Gesprächspartner zueinander
· Widerspiegelung dessen in der Sprache: Redestile, Syntax, Satzlänge, Pausen, Sprachebene pp.

>>>> Gerade bei einem Drama wird deutlich, dass Sprechen eine Art des Handelns ist. Deshalb ist für die Untersuchung u. Darstellung eines Gesprächsverlaufes die Verwendung von "Verben des sprachl. Handelns" notwendig; sie bezeichnen Sprechakte (sagen, sich äußern, fragen, antworten, erwidern, entgegnen, zustimmen, widersprechen, einwenden, erwähnen, wiedergeben, beschreiben, berichten, erzählen, erläutern, erklären, versichern, bejahen, verneinen, bestreiten, bezweifeln, befehlen, auffordern, bitten, verlangen, ermahnen, sich weigern, versprechen, bestätigen, raten, warnen, ermuntern, drohen, klagen, berichten, ...).
Bestimmte Verben kennzeichnen der Grad der Offenheit eines Sprechers. Diese Kennzeichnung ist dem Leser mit seinem größeren Überblick eher möglich, während der Dialogpartner des Sprechers die Situation nicht durchschaut (offenbaren, preisgeben, gestehen, verbergen, vorspiegeln, verschweigen, verheimlichen, verleugnen, ...).

SCHLUSS
Gesprächsauswertung
· Zusammenfassende Darstellung der wesentlichen Ereignisse
· in Bezug auf Funktion des Gesprächs innerhalb des Schauspiels
· Bedeutung der Szene für die Fortsetzung der Handlung
· ...

In der Regel bietet es sich an, die Analyse textchronologisch durchzuführen, besonders, wenn sich die Beziehung der Gesprächspartner entwickelt. Bleibt diese jedoch weitgehend stabil, kann auch aspektorientiert gearbeitet werden. Dies stellt entsprechende Anforderungen an Sie, da Sie relevante Aspekte, die für das Gespräch bedeutungstragend sind, vorab erkennen müssen.
Das Gespräch darf jedoch in keinem Fall nur summarisch betrachtet werden, sondern die einzelnen Sprachhandlungen müssen differenziert in ihren Zusammenhängen wahrgenommen werden.
Brinkmann
 
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Registriert: Do 3. Feb 2011, 19:19

von Anzeige » Do 24. Feb 2011, 10:01

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